Mittwoch, 6. August 2008

Gespräch mit meiner Mutter

Ich: (Die Aufschrift "Lungo" eines gleichnamigen Fertigkaffees im Auge) Wenn ich einen Leguan hätte, würde ich ihn Lungo nennen.
Mutter: Ach...
Ich: Außer es ist ein Weibchen. Dann würde ich ihn vielleicht Flitzi oder so nennen.
Mutter: Flitzi? Nein. (im Folgenden auf die apathische, mir wohl nicht ganz unähnliche Art meiner Katze (namentlich Mikah) anspielend) Schau doch nur mal deine Mikah an, die flitzt schon lang nicht mehr. Wenn du also einen Leguan willst, solltest du ihn lieber gleich Dreamy oder Sleepy nennen.

Dienstag, 5. August 2008

Entmündigte Bürger

JuLis Berlin für Legalisierung auch harter Drogen

Geschätzte 1000 Menschen haben sich am vergangenen Samstag auf der alljährlich stattfindenden Berliner Hanfparade für die Legalisierung von Cannabis als Genussmittel, Medizin und Rohstoff ausgesprochen. Wie die Polizei mitteilte, blieb die Veranstaltung mit dem Motto "Jugendschutz – Verbraucherschutz – Legalisierung" völlig störungsfrei. 29 Teilnehmer hatten lediglich das Pech, des Drogenmissbrauchs überführt zu werden - ihre Personalien wurden sichergestellt.

Mischa Hecker (26), Landesvorsitzender der JuLis Berlin forderte mit seinem Ausspruch "Gebt das Koks frei!" sogar eine Legalisierung harter Drogen. Entscheidungen über den Drogenkonsum oder auch den Freitod sollten prinzipiell den freien, mündigen Bürgen selbst überlassen sein. Zudem könne durch die Legalisierung von Drogen der organisierten Kriminalität ein schwerer Schlag versetzt werden. In einer weiteren Pressemitteilung räumte er präventiv eventuelle Missverständnisse aus: er wollte dadurch keineswegs "zum Konsum harter Drogen oder gar zum Freitod aufrufen".

Montag, 4. August 2008

Früher

Die Spielewiese, die Faszination für die Schnecken an Regentagen am Wegrand, der sonnendurchstrahlte Himmel, wie er in seinem reinsten und prächtigsten Blau erscheint, womöglich von einem prächtigen Regenbogen durchsstreift, die Kinderurlaube auf dem Bauernhof, in denen man mit Katz und Pferd und anderm spielte, durch Felder rannte und sich gegenseitig küsste ...

Kaum fünf Jahre trennen mich von dieser wundervollen Zeit und doch ist sie mir so fremd, so fern, wo ich sie doch so überaus lieb hatte. Damals konnte mir nicht klar sein, was für einen Wert diese Kindheitserlebnisse in ihrer einmaligen Intensität hatten. In einer Welt, die so vor Schönheit, Spaß und Farben strotzte, in der man sich selbst noch nicht begriff, da lebte man die Einheit des Seins, da war eine Urvertrautheit, eine göttliche Unbeflecktheit vor der rauhen Welt der Sorgen, der Aufgaben. Die Welt ist einst eine ganz andere gewesen, sie war ein Teil des Glückes und der Freude, die man jeden Tag in sich trug und mit allem teilte, außerstande, die Kostbarkeit dieser Phase zu erahnen, die damals so endlos schien – und längst geendet hatte, als das Begreifen erst einsetze.

So war es und lief es und es sponn das Rad der Zeit am Faden der Vergänglichkeit, bis all die Wunderwelten bald zerflossen, Vernunft an ihre Stelle trat und das Denken, sich unbedingt zu beschränken auf das, was von andern so gewollt, erwartet wird.

Ich kann mich nicht mehr freuen, wie es damals war. Ich habe den kindhaften Blick für die Welt verloren, ohne dass ich es wollte. Ja, man nahm den Zauber uns aus den Augen und es war Distanz zwischen dir und mir, wo wir doch derselben Quelle der Schöpfung entspringen.

Was bringt Erwachsenwerden bloß, wenn es die Gabe der Faszination, das kindliche Erleben eines heute ach so trost- und friedenlos erscheinenden Lebens ungewarnt verdrängt?

Was nützt der größte Denker dann, wenn Dichter, Sänger und Beschenker die Welt so sorglos machen könnten wie in Kinderzeit?

Samstag, 19. Juli 2008

Religion als Mittel zum Zweck

Vor die Religionsfreiheit wird immer wieder als Mittel benutzt, um bestimmte Dinge gewährt zu bekommen, die allgemeinhin als illegal gelten.

Ein Beispiel ist das Schächten von Tieren, eine in islamistischen Ländern weit verbreitete rituelle Komponente ihrer Religion. So unterliegt in Deutschland der Tierschutz dem Recht auf freie Religionsausübung. Dabei ist der Tierschutz sogar zum Staatsziel erklärt worden, als er 2002 in Deutschland als erstes Land Europas auf gesetzliche Grundlage gestellt wurde, sprich: in das Grundgesetz aufgenommen wurde. Dennoch wird das brutale Schlachten unter dem Gesichtspunkt der engen Verknüpfung mit dem Islamischen Glauben vom Staat nicht nur legitimiert, sondern gar legalisiert.

Eine einzige Schande für Deutschland, nichts gegen den lebensfeindlichen Charakter dieses grausamen Ritus zu unternehmen, nein, ihn sogar ausdrücklich zu erlauben!

Nicht immer sind die jeweiligen Personen allerdings erfolgreich, wenn sie sich auf die Religionsfreiheit berufen.

Das Beispiel des David Schlesinger veranschaulicht gut die augenscheinliche Willkür der Justiz, wenn es darum geht, Relgion von bestimmten Ritualen zu trennen oder nicht. Der Schweizer Pastor proklamiert die "Kirche der heiligen Pilze der Schweiz", in der halluzinogene Pilze als Gottes Gaben und damit fester Bestandteil der Religion gilt - Verehrung durch Konsum. Erst im August 2007 wurde er aus einer über ein Jahr währender Untersuchungshaft entlassen und erwartet nun einen Prozess gegen ihn wegen Handels mit Substanzen, die unter das schweizerische Betäubungsmittelgesetz fallen.

Was die Richter dazu veranlasst, einerseits die brutale Hinrichtung von hilflos ausgelieferten Tieren zu erlauben, bei gleicher Grundlage (der Religionsfreiheit) aber den Umgang mit halluzinogenen Pilzen zu verbieten, das bleibt mir verschlossen.

Um Drogen ging es auch bei einem kürzlichen, im Ausgang erfreulicheren Urteil in Rom. Dort erlaubte das Gericht Anhängern der afroamerikanischen Rastafari-Bewegung den Besitz von bis zu hundert Gramm Cannabis - als essenziellen Bestandteil ihrer Kultur. Kläger war ein 40-jähriger Mann aus Perugia, der von der Polizei beim Rauchen von Marihuana erwischt worden war.

Unterdessen soll das Rauchen in den Niederlanden zur Religion gemacht werden: um das seit Juli geltende Rauchverbot in Gaststätten zu umgehen, will ein Wirt aus Alkmaar aus seiner Kneipe die "Kirche der Raucher Gottes" machen.

Sonntag, 13. Juli 2008

Mensch zu Mensch

Auszug aus: "Die Lehre der Ehrfurcht vor dem Leben. Das Problem der Ethik in der Höherentwicklun des menschlichen Denkens" (Albert Schweizer)

Kein Mensch ist jemals einem Menschen ein vollständig und dauernd Fremder. Mensch gehört zu Mensch. Mensch hat Recht auf Mensch. Grosse und kleine Umstände können eintreten, die die Fremdheit, die wir uns im täglichen Leben auferlegen, außer Kraft setzen und uns als Mensch zu Mensch miteinander in Beziehung bringen. Das Gesetz der geziemenden Zurückhaltung ist bestimmt, durch das Recht der Herzlichkeit durchbrochen zu werden.
Viel Kälte ist unter den Menschen, weil wir nicht wagen, uns so herzlich zu geben, wie wir sind.
Wie die Welle nicht für sich sein kann, sondern stetig an dem Wogen des Ozeans teilhat, also können wir unser Leben nie für uns allein erleben, sondern immer nur in dem Miterleben des Lebens, das um uns her statthat.

[...]

Keiner von uns weiß, was er wirkt und was er Menschen gibt. Es ist für uns verborgen und es soll es bleiben. Manchmal dürfen wir ein klein wenig davon zu sehen bekommen, um nicht mutlos zu werden. Das Wirken von Kraft ist auf allen Gebieten geheimnisvoll.
Der Ausdruck «reif», auf den Menschen angewandt, war mir und ist mir noch immer etwas Unheimliches. Ich höre dabei die Worte Verarmung, Verkümmerung, Abstumpfung als Dissonanzen miterklingen. Was wir gewöhnlich als Reife an einem Menschen zu sehen bekommen, ist eine resignierte Vernünftigkeit.
Einer erwirbt sie sich nach dem Vorbild anderer, indem er Stück um Stück die Gedanken und Überzeugungen preisgibt, die ihm in seiner Jugend teuer waren. Er glaubte an den Sieg der Wahrheit, jetzt nicht mehr. Er glaubte an die Menschen, jetzt nicht mehr. Er glaubte an das Gute, jetzt nicht mehr. Er eiferte für Gerechtigkeit, jetzt nicht mehr. Er vertraute in die Macht der Gütigkeit und Friedfertigkeit, jetzt nicht mehr. Er konnte sich begeistern, jetzt nicht mehr. Um besser durch die Fährnisse und Stürme des Lebens zu schiffen, hat er sein Boot erleichtert. Er warf Güter aus, die er für entbehrlich hielt. Aber es war der Mundvorrat und der Wasservorrat, dessen er sich entledigte. Nun schifft er leichter dahin, aber als verschmachtender Mensch.
Zu gern gefallen sich die Erwachsenen in dem traurigen Amt, die Jugend darauf vorzubereiten, dass sie einmal das meiste von dem, was ihr jetzt das Herz und den Sinn erhebt, als Illusion ansehen wird. Die tiefere Lebenserfahrung aber redet anders zu der Unerfahrenheit. Sie beschwört die Jugend, die Gedanken, die sie begeistern, durch das ganze Leben hindurch festhalten zu wollen. Im Jugendidealismus erschaut der Mensch die Wahrheit. In ihm besitzt er einen Reichtum, den er gegen nichts eintauschen soll.
Wer sich vornimmt, Gutes zu wirken, darf nicht erwarten, dass die Menschen ihm deswegen Steine aus dem Wege räumen, sondern muss auf das Schicksalhafte gefasst sein, dass sie ihm welche darauf rollen. Nur die Kraft, die in dem Erleben dieser Widerstände innerlich lauterer und stärker wird, kann sie überwinden.

deep, deep, deeper down...

Aktuelle Beiträge

Gespräch mit meiner...
Ich: (Die Aufschrift "Lungo" eines gleichnamigen Fertigkaffees...
deep7 - 6. Aug, 18:41
Entmündigte Bürger
JuLis Berlin für Legalisierung auch harter Drogen Geschätzte...
deep7 - 5. Aug, 12:40
Früher
Die Spielewiese, die Faszination für die Schnecken...
deep7 - 4. Aug, 13:46
Religion als Mittel zum...
Vor die Religionsfreiheit wird immer wieder als Mittel...
deep7 - 16. Jul, 16:52
Mensch zu Mensch
Auszug aus: "Die Lehre der Ehrfurcht vor dem Leben....
deep7 - 13. Jul, 17:09

Suche

 

Zur Seite

User Status

Du bist nicht angemeldet.

Status

Online seit 364 Tagen
Zuletzt aktualisiert: 6. Aug, 18:41

Drogen
Leben & Gedanken
Lyrisches
Politik & Gesellschaft
Rauscherlebnisse
Spiritualität & Glaube
Profil
Abmelden
Weblog abonnieren